Goldener Sand, türkises Wasser und eine Burg, die über der ganzen Stadt thront – Alicante verbindet mediterranes Strandfeeling mit lebendigem Stadtleben. Hier beginnt die Costa Blanca, und wer einmal den Sonnenuntergang an der Explanada erlebt hat, versteht, warum die Stadt so viele Stammgäste hat.
🏖️ Strand🌊 Wasser🏙️ Stadt🍽️ Kulinarik🏛️ Kultur🏺 Geschichte
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🏺 Geschichte & Burg Santa Bárbara
Alicante ist älter, als sein Strandimage vermuten lässt. Phönizier, Römer und Mauren hinterließen Spuren, die man heute noch spürt – besonders auf dem Monte Benacantil, wo die Burg Santa Bárbara seit dem neunten Jahrhundert über Stadt und Meer wacht. Der Aufstieg lohnt sich zu jeder Tageszeit: Mit der Seilbahn geht es in wenigen Minuten nach oben, zu Fuß über steile Pfade mit Panoramablicken. Oben erwartet dich ein Labyrinth aus Festungsmauern, Türmen und Aussichtspunkten, von denen aus die gesamte Costa Blanca bis nach Tabarca sichtbar wird. Im Zentrum erzählt die gotische Basílica Santa María von der Wiederaufbauzeit nach dem großen Stadtbrand von 1411, und im MARQ, einem der modernsten Archäologiemuseen Spaniens, werden Funde aus der Region lebendig inszeniert. Alicantes Geschichte ist kein Museumsstück – sie ist in den Gassen des Barrio de Santa Cruz, in den Fassaden am Hafen und in den Festen wie den Hogueras de San Juan im Juni allgegenwärtig. Wer die Stadt wirklich verstehen will, beginnt oben auf der Burg und arbeitet sich dann hinunter in die lebendigen Viertel.
Burg Santa Bárbara – Panorama pur
Die Festung auf 166 Metern Höhe ist Alicantes Wahrzeichen. Seilbahn ab Postiguet (ca. 3 € hin und zurück) spart Schweiß, der Fußweg ab Barrio de Santa Cruz ist sportlicher. Oben: drei Burgbereiche, Café mit Meerblick, freier Eintritt. Sonnenuntergang ab 20 Uhr im Sommer – früh Platz sichern.
Barrio de Santa Cruz – Das weiße Viertel
Unterhalb der Burg winden sich enge Gassen mit weiß getünchten Häusern, bunten Blumentöpfen und versteckten Plätzen. Tagsüber ruhig und fotogen, abends belebt. Der Aufstieg zur Burg startet hier – gute Schuhe mitbringen. Kleine Tapas-Bars am Abhang sind günstiger als an der Explanada.
MARQ – Archäologie modern erzählt
Das Archäologische Museum der Provinz Alicante (Eintritt ca. 3 €) präsentiert Funde von der Steinzeit bis ins Mittelalter mit interaktiven Installationen. Besonders die römischen Schiffswracks und iberische Artefakte beeindrucken. Dienstag bis Sonntag geöffnet, montags geschlossen. Ideal bei einem regnerischen Vormittag.
🏖️ Strände & Costa Blanca
Alicante lebt vom Meer – und das merkt man an jeder Ecke. Der Playa del Postiguet liegt direkt unter der Burg, goldener Sand, flaches Wasser, perfekt für Familien und für alle, die morgens vor dem Frühstück schon die ersten Bahnen ziehen wollen. Die Costa Blanca erstreckt sich in beide Richtungen: Nordwärts führt die Küste nach Benidorm und Calpe mit ihren dramatischen Felsen, südlich nach Torrevieja und den Salzseen mit ihrem rosa Schimmer. Aber auch ohne Mietwagen kommt man schnell ans Wasser: Die Straßenbahn TRAM verbindet Alicante mit Dénia und allen Zwischenstopps – Strand, Bucht, Klippen, alles von der Schiene aus erreichbar. Die Explanada de España, Alicantes berühmte Promenade aus sechs Millionen Mosaikfliesen, ist der soziale Mittelpunkt: Hier spaziert die Stadt abends im Schatten der Palmen, Kinder fahren auf Rollern, und die Cafés füllen sich langsam mit Horchata und Tapas. Alicante ist kein überlaufenes Resort – es ist eine echte Stadt am Strand, und genau das macht den Charme aus.
Playa del Postiguet – Stadtstrand
Direkt am Zentrum, 700 Meter goldener Sand, klar flaches Wasser. Liegen ab 5 €/Tag, Duschen und Umkleiden vorhanden. Im August voll – früh kommen oder abends nach 17 Uhr. Unter der Burg gelegen, Foto-Motiv inklusive. Barceloneta-ähnliches Flair, nur entspannter.
Isla de Tabarca – Tagesausflug
Die einzige bewohnte Insel der Valencianischen Gemeinschaft liegt 22 km vor der Küste. Fähren ab Puerto de Alicante (ca. 19 € hin und zurück, 50 Min.). Schnorcheln in geschütztem Meeresschutzgebiet, frischer Fisch in den Fischerrestaurants. Nur 68 Einwohner – ruhig außerhalb der Hochsaison.
TRAM Costa Blanca – Küste per Bahn
Die Straßenbahnlinie L1 fährt von Alicante nach Benidorm (ca. 1 Std., 3,50 €) und weiter nach Dénia. Unterwegs: San Juan, El Campello, Villajoyosa mit bunten Fischerhäusern. Tageskarte lohnt sich ab zwei Fahrten. Kein Mietwagen nötig für die nördliche Küste.
🍽️ Tapas, Horchata & valencianische Küche
Die Küche Alicantes schmeckt nach Mittelmeer, Reis und Sonne. Die Region ist berühmt für ihren Reis – nicht nur Paella, sondern auch Arroz a banda, einen intensiven Fischreis, und die kalte Variante Arroz con costra mit einer knusprigen Eikruste. Im Mercado Central, einem modernistischen Markt aus dem Jahr 1921, türmen sich frische Meeresfrüchte, Mandeln für Turrón und lokales Gemüse – wer hier frühstückt, isst wie die Einheimischen. Horchata, das milchige Getränk aus Tigernüssen, ist die regionale Erfrischung schlechthin: Am besten schmeckt sie in einer horchatería an der Explanada, eiskalt mit Fartons zum Dippen. Abends verwandelt sich die Stadt in eine Tapas-Tour: El Barrio, die Gegend um die Calle San Francisco, pulsiert mit kleinen Lokalen, die Pinchos, Croquetas und lokale Weine aus der DO Alicante servieren. Besonders im Sommer, wenn die Hogueras de San Juan die Stadt in Feuer und Fest verwandeln, wird gegrillt, getanzt und bis in die Morgenstunden gefeiert. Alicante isst nicht nur gut – es isst mit Leidenschaft.
Mercado Central – Markt der Sinne
Montag bis Samstag ab 7 Uhr: frischer Fisch, Jamón, Käse und Obst unter einer filigranen Eisenkonstruktion. Oben im Café La Tasca gibt es Churros und Kaffee mit Marktblick. Samstagvormittag am lebendigsten. Probierstand für Turrón de Alicante – mandelige Süßspeise der Region.
Horchata & Tigernüsse
Horchata de chufa ist das Getränk der Costa Blanca – süß, cremig, eiskalt. Klassiker: Horchatería Madrid an der Explanada oder Santa Faz im Zentrum. Mit Fartons (süßen Gebäckstangen) bestellen. Vegane Alternative zu Milchshakes, Einheimische trinken sie das ganze Jahr.
Tapas-Abend in El Barrio
Calle San Francisco und Umgebung: Dutzende Tapas-Bars auf engem Raum. La Tasca del Gourmet und Taberna Nuestra Señora de Gracia sind beliebt. Ab 21 Uhr voll – Reservierung am Wochenende sinnvoll. Lokaler Wein: Monastrell-Tinten aus der DO Alicante, Glas ab 2 €.
🏙️ Stadtleben, Feste & Ausflüge
Alicante ist keine Touristeninsel – es ist eine lebendige Universitätsstadt mit 330.000 Einwohnern, die das ganze Jahr über pulsiert. Die Explanada de España ist das Wohnzimmer der Stadt: sechs Millionen Mosaikfliesen in Wellenform, Palmen, Straßenmusiker und den Blick auf die Inseln vor der Küste. Das Viertel El Barrio lockt abends mit Tapas und kleinen Bars, während der Hafen mit seiner modernen Marina Segler und Kreuzfahrtschiffe empfängt. Im Juni explodiert die Stadt förmlich bei den Hogueras de San Juan – riesige Pappfiguren, Feuerwerk und Nachtschwärmer bis zum Morgengrauen. Aber auch außerhalb der Festzeit lohnt sich die Umgebung: Guadalest, ein Bergdorf in den Sierra de Aitana mit spektakulärem Burgruinen-Panorama, ist in 45 Minuten erreichbar. Elche mit seinen UNESCO-Palmenwäldern liegt eine halbe Stunde südlich. Und Valencia mit seiner City-of-Arts, dem Oceanogràfic und der besten Paella der Region ist nur zwei Stunden per Zug entfernt. Alicante ist der perfekte Ausgangspunkt – entspannt, sonnig und vernetzt.
Explanada & Hafenpromenade
Die berühmte Fliesenpromenade verbindet Zentrum und Hafen auf 500 Metern. Abends füllen sich die Terrassen, Straßenkünstler sorgen für Stimmung. Am Hafen: Marina, Fähranleger nach Tabarca, Restaurants mit Meerblick. Kostenloser Spaziergang, beste Zeit: Sonnenuntergang gegen 21 Uhr im Sommer.
Guadalest – Bergdorf-Ausflug
45 Minuten mit dem Mietwagen ins Gebirge: Guadalest thront auf einem Felsvorsprung über einem türkisfarbenen Stausee. Burg, Miniatur-Museen und Panorama-Cafés. Werktags ruhiger als am Wochenende. Kombinierbar mit Algar-Wasserfällen (30 Min. weiter) – im Sommer baden möglich.
Valencia per Zug – Tagesausflug
Renfe-Verbindung Alicante–Valencia in ca. 2 Std. (ab 15 € einfach). In Valencia: Ciudad de las Artes, Mercado Central, Strand Las Arenas. Frühzug hin (8 Uhr), letzter Zug zurück gegen 22 Uhr. Tickets online auf renfe.com buchen – Wochenendzüge früh reservieren.
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Die beste Zeit für Alicante ist von April bis Oktober – warmes Mittelmeerklima, wenig Regen, Wassertemperaturen ab Juni über 22 °C. Mai und September sind ideal: warm, aber nicht überlaufen. Juli und August sind Hochsaison mit Temperaturen bis 35 °C und vollen Stränden. Winter (November–März) ist mild (8–18 °C), ruhig und günstig – perfekt für Stadtbummel und Wandern, weniger für Baden.
Für das Stadtzentrum, den Stadtstrand und Tabarca per Fähre reicht zu Fuß und öffentliche Verkehrsmittel völlig aus. Die Straßenbahn TRAM deckt die nördliche Küste bis Dénia ab. Ein Mietwagen lohnt sich für Ausflüge ins Hinterland: Guadalest, Algar-Wasserfälle, Calpe und die Weinregion um Jumilla. Parken im Zentrum ist knapp – Hotels mit Parkplatz vorab buchen.
Tabarca (Fähre, Schnorcheln, Fisch essen) ist der Klassiker. Guadalest und Algar-Wasserfälle bieten Bergpanorama und Natur. Elche mit UNESCO-Palmenwäldern liegt 30 Minuten entfernt. Benidorm und Calpe an der Küste sind per TRAM erreichbar. Valencia als Tagesausflug per Zug (2 Std.) mit City-of-Arts und Paella. Murcia und Cartagena sind mit dem Auto in unter zwei Stunden erreichbar.
Alicante ist günstiger als Barcelona, Madrid oder die Balearen. Mittagmenü (Menú del día) gibt es ab 10–12 €, Tapas ab 2–4 €, Bier ca. 2 €. Hotels in der Nebensaison ab 50 €/Nacht, im August deutlich teurer. Die Costa Blanca nördlich (Benidorm) ist touristischer und teils preisintensiver – im Zentrum von Alicante bleibt man preiswert. Flüge ab Deutschland sind dank vieler Direktverbindungen oft günstig.