Von den eleganten Boulevards Buenos Aires' über die Weingüter Mendozas bis zu den Gletschern Patagoniens und den donnernden Wasserfällen von Iguazú – Argentinien ist ein Kontinent in einem Land. Hier trifft europäisches Flair auf südamerikanische Leidenschaft.
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🏙️ Metropolen – Buenos Aires, Córdoba & Rosario
Buenos Aires ist der unbestrittene Einstieg in Argentinien – und eine Stadt, die man nicht nur besucht, sondern fühlt. Das Paris Südamerikas pulsiert mit Tango in San Telmo, Street Art in Palermo, Steak in Puerto Madero und einem Nachtleben, das erst um Mitternacht beginnt. Der Obelisco am Avenida 9 de Julio, der breitesten Straße der Welt, ist das Wahrzeichen – aber die Seele der Stadt liegt in den Vierteln: La Boca mit seinen bunten Caminito-Häusern, Recoleta mit dem Friedhof, auf dem Eva Perón liegt, und San Telmo mit seinem Sonntagsmarkt. Córdoba, die zweitgrößte Stadt, ist jung und studentisch – Kolonialarchitektur trifft auf Sierra de Córdoba als Wochenend-Ausflugsziel. Rosario am Paraná-Fluss ist die Wiege des Che Guevara und hat eine aufstrebende Food-Szene. Wer Argentinien verstehen will, braucht mindestens vier Tage in Buenos Aires – und sollte bereit sein, spät zu essen (ab 21 Uhr normal) und noch später zu feiern.
Buenos Aires – Tango & Kultur
Viertel-Tour: San Telmo (Tango, Antiquitäten), Palermo (Bars, Parks), La Boca (Caminito, farbenfroh tagsüber). Teatro Colón (Weltklasse-Oper), Recoleta-Friedhof (Eva Perón). Subte (U-Bahn) günstig, Uber sicher. Hotels in Palermo Soho oder Recoleta – zentral und sicher.
San Telmo & Milonga-Nächte
Sonntagsmarkt auf Plaza Dorrego: Antiquitäten, Street Food, Tangotänzer. Abends: Milongas (Tango-Tanzabende) in La Catedral oder Salon Canning – Anfänger willkommen. Tangoshow in Esquina Carlos Gardel für Touristen, authentischer in kleinen Milongas. Reservierung für Dinner-Shows empfohlen.
Córdoba & Sierra – Studentisch & grün
Córdoba: Jesuitenblock UNESCO-Weltkulturerbe, lebhafte Bar-Szene durch sechs Universitäten. Wochenendausflug: Sierras de Córdoba mit Villa General Belgrano (deutsches Flair) und Los Gigantes zum Klettern. 1 Std. Flug oder 10 Std. Nachtbus ab Buenos Aires.
🌿 Patagonien – Gletscher, Seen & Feuerland
Patagonien ist das wilde Herz Argentiniens – eine Weite aus Steppe, Bergen, Gletschern und Wind, die alles andere in den Schatten stellt. Der Perito Moreno Gletscher bei El Calafate ist der Star: 250 Quadratkilometer Eis, die regelmäßig mit donnerndem Krachen ins Wasser stürzen – ein Naturschauspiel, das selbst abgeklärte Reisende sprachlos macht. Bootstouren führen dicht an die Eiswand, Wanderwege auf dem Aussichtspfad bieten Panoramen über den Lago Argentino. Weiter südlich liegt Ushuaia am Ende der Welt – Tor zur Antarktis, Ausgangspunkt für Schiffe durch die Beagle-Kanäle und Wanderungen im Tierra-del-Fuego-Nationalpark. Bariloche am anderen Ende Patagoniens ist das Tor zur Seenplatte: schweizerisches Flair, Schokolade, Skifahren im Winter und Trekking im Sommer. Die Carretera Austral in Chile grenzt an – wer Zeit hat, kombiniert beide Länder. Patagonien verlangt Zeit und warme Kleidung – der Wind kennt kein Erbarmen.
Perito Moreno – Gletscher erleben
Los Glaciares Nationalpark (Eintritt ca. 20 USD): Wanderwege mit Aussichtsplattformen, Bootstour zur Eiswand (ca. 40 USD). Eis bricht stündlich – geduldig bleiben. Basis El Calafate mit Hotels und Restaurants. Mindestens 2 Tage einplanen. Warme Jacke auch im Sommer.
Ushuaia – Ende der Welt
Südlichste Stadt der Welt: Beagle-Kanal-Bootstour mit Seehunden und Pinguinen (ca. 80 USD). Tierra-del-Fuego-NP: Zugfahrt zum Ende der Pan-American Highway. Antarktis-Kreuzfahrten starten hier (ab 5.000 USD). Flug ab Buenos Aires ca. 3,5 Std.
Bariloche – Seen & Schokolade
San Carlos de Bariloche am Nahuel Huapi-See: Schweizer Architektur, Schokoladenläden, Cerro Catedral zum Skifahren. Circuito Chico (60 km Rundfahrt) zeigt die Seenplatte. Sommer: Trekking, Winter: Ski. Flug ab Buenos Aires ca. 2 Std., auch Nachtbus möglich.
🌊 Iguazú, Nordwesten & Wildlife
Argentiniens Natur reicht von tropischen Regenwäldern im Norden bis zu subantarktischen Winden im Süden – und nirgends ist sie spektakulärer als an den Iguazú-Wasserfällen. 275 Katarakte stürzen hier über Basaltfelsen, die größte – die Garganta del Diablo – verschlingt 1.700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Auf der argentinischen Seite (Iguazú Nationalpark) führen Holzstege direkt über die Stürze – man steht im Nebel der Wassermassen. Die brasilianische Seite bietet das Panorama. Im Nordwesten, rund um Salta und Jujuy, wechseln Kakteenwüsten, Salzseen und bunte Bergdörfer wie Purmamarca am Cerro de los Siete Colores. Die Halbinsel Valdés an der Atlantikküste ist UNESCO-Weltnaturerbe: Pinguine (September–März), Seeelefanten und Wale (Juni–Dezember) – einer der besten Orte der Welt für Meeresbeobachtung. Argentiniens Natur ist kein Nebenprogramm – sie ist der Grund, warum viele Reisende wiederkommen.
Iguazú – Wasserfälle der Superlative
Iguazú Nationalpark (Eintritt ca. 25 USD, 2 Tage gültig): Holzstege zur Garganta del Diablo, Bootstour unter die Fälle (nass!). Basis Puerto Iguazú. Brasilianische Seite (ca. 20 USD) für Panorama – Visum ggf. nötig. 2 Tage minimum. Flug ab Buenos Aires ca. 2 Std.
Salta & Quebrada de Humahuaca
Salta: Kolonialstadt mit Anden-Kulinarik (Empanadas, Humita). Tagesausflug: Quebrada de Humahuaca UNESCO-Weltkulturerbe mit Purmamarca (Siebenfarben-Hügel) und Tilcara. Höhenlage bis 4.000 m – langsam akklimatisieren. Zug nach Chile (Tren a las Nubes) spektakulär.
Halbinsel Valdés – Wale & Pinguine
Puerto Madryn als Basis: September–März Pinguine in Punta Tombo (größte Kolonie), Juni–Dezember Südkaper-Wale in Puerto Pirámides. Bootstouren ab 60 USD. Halbinsel Valdés Eintritt ca. 15 USD/Fahrzeug. Flug ab Buenos Aires ca. 2 Std. nach Trelew.
🍽️ Asado, Wein & argentinische Leidenschaft
Argentinien isst Fleisch – und zwar mit einer Hingabe, die man in Europa selten findet. Das Asado, das argentinische Barbecue, ist kein Grillabend, sondern ein gesellschaftliches Ritual: Rind, Lamm und Chorizo langsam über Holzkohle, dazu Chimichurri (Petersilien-Knoblauch-Sauce) und Malbec aus Mendoza. In Buenos Aires gibt es Parillas (Steakhäuser) an jeder Ecke – La Cabrera, Don Julio und El Desnivel sind Legenden, aber auch kleine Nachbarschaftsgrills servieren Weltklasse-Fleisch. Mendoza am Fuße der Anden ist das Weinland: Malbec-Trauben auf 1.000 Metern Höhe, Weingüter mit Anden-Panorama, Olivenöl und Bergluft. Die Region ist auch Tor zum Aconcagua, dem höchsten Berg außerhalb Asiens. Dulce de leche, Alfajores und Mate-Tee (getrunken aus einem gemeinsamen Becher mit Bombilla) sind die süßen und sozialen Seiten der Küche. Wer in Argentinien isst, sollte hungrig kommen – Portionen sind groß, und Nachtisch ist keine Option, sondern Pflicht.
Asado & Parillas in Buenos Aires
Don Julio (Palermo): Reservierung Wochen vorher, Bife de chorizo und provoleta (gegrillter Käse). La Cabrera: große Portionen, Beilagen gratis. El Desnivel (San Telmo): günstiger, authentisch. Fleisch medium (jugoso) bestellen. Budget: 30–50 USD pro Person in Top-Parillas.
Mendoza – Wein & Anden
Weinroute durch Luján de Cuyo und Maipú: Weingüter wie Catena Zapata, Trapiche, kleine Boutique-Winzer. Fahrradtour zwischen Weingütern (ca. 40 USD). Aconcagua-Ausflug oder Rafting auf dem Mendoza-Fluss. Flug ab Buenos Aires ca. 2 Std. oder Nachtbus.
Mate, Empanadas & Dulce de leche
Mate-Tee: Einheimische teilen Becher und Bombilla – höflich ablehnen ist okay. Empanadas (Teigtaschen) mit Rind, Mais (Humita) oder Käse – überall frisch. Dulce de leche in Alfajores (Keksen) oder auf Pfannkuchen. Mercado de San Telmo samstags: beste Streetfood-Auswahl.
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Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum – nur einen gültigen Reisepass. Bei Einreise wird ein Einreiseformular ausgefüllt, das bei Ausreise wieder abgegeben wird. Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist dringend empfohlen. Impfungen sind nicht Pflicht, Gelbfieber nur bei Einreise aus bestimmten Ländern. Der Reisepass sollte bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Argentinien liegt auf der Südhalbkugel – Sommer ist Dezember bis Februar, Winter Juni bis August. Beste Gesamtzeit: März–Mai und September–November (Frühling/Herbst, mild). Buenos Aires: ganzjährig, Sommer heiß und feucht. Patagonien: Oktober–März (Wanderung, Gletscher), Winter für Ski in Bariloche. Iguazú: ganzjährig, weniger Regen April–Juni. Wale an Valdés: Juni–Dezember.
Argentinien ist nach der Peso-Schwankung für Euro-Reisende günstig bis moderat. Budget: 40–70 €/Tag (Hostel, lokale Restaurants, Bus). Mittelklasse: 80–150 €/Tag (3-Sterne-Hotel, Parilla, Inlandsflug anteilig). Inlandsflüge mit Aerolíneas Argentinas oder Flybondi ab 50 USD. Dollar in bar mitbringen – Blue Rate kann günstiger sein als Kartenzahlung. Trinkgeld 10 % in Restaurants.
Inlandsflüge sind wegen der Distanzen oft sinnvoll – Buenos Aires nach El Calafate, Ushuaia oder Iguazú dauert 3+ Stunden im Bus. Langstreckenbusse (cama, semi-cama) sind komfortabel und günstig. In Buenos Aires: Subte, Uber und Colectivos (Bus). Patagonien und Nordwesten: Mietwagen oder organisierte Touren. Fahren ist links, Straßen teils schlecht außerhalb der Städte.