Kristallklare Sicht, bunte Korallengärten und Wracks wie die SS Thistlegorm – ein Tauchurlaub am Roten Meer zählt weltweit zu den Klassikern. Ob Pauschalbasis in Hurghada, Top-Spots in Sharm el-Sheikh, authentisches Dahab oder der Geheimtipp Aqaba: Hier findest du Regionen, Routen und Praxis-Tipps für deine Woche unter Wasser.
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🇪🇬 Ägypten – Die besten Tauchspots
Ägypten ist für die meisten deutschen Taucher der Einstieg ins Rote Meer – und das aus gutem Grund. Direktflüge nach Hurghada und Sharm el-Sheikh, günstige Pauschalangebote und hunderte Riffe vor der Küste machen das Land zum Tauch-Mekka Europas. Hurghada und El Gouna eignen sich für Einsteiger und Schnorchler: Tagesbootfahrten zu Giftun-Inseln, Abu Ramada oder Carless Reef liefern Korallengärten, Muränen und gelegentlich Delfine. Sharm el-Sheikh ist das Kronjuwel mit Ras Mohammed, Shark Reef und den Straits of Tiran – Steilwände, Anemonenfelder und Strömungstauchen für Fortgeschrittene. Dahab am Sinai ist der Gegenpol: Backpacker-Atmosphäre, Shore Dives vom Strand, günstige Camps und das weltberühmte Blue Hole. Wer zum ersten Mal ans Rote Meer fährt, wählt meist Hurghada oder Sharm; wer authentisch und budgetfreundlich will, landet in Dahab. Die Region bestimmt Tierwelt, Strömung, Kosten und Tagesrhythmus – plane mindestens fünf bis sieben Tauchtage ein.
Hurghada & El Gouna
Hurghada ist der Einstieg für viele deutsche Taucher: Direktflüge, günstige Resorts und hunderte Riffe vor der Küste. Tagesbootfahrten zu Giftun-Inseln, Abu Ramada oder Carless Reef – Korallengärten, Muränen und gelegentlich Delfine. El Gouna nördlich bietet ruhigere Buchten und gehobene Resorts mit eigenen Tauchbasen. Ideal für Einsteiger und Schnorchler; Advanced-Taucher fahren oft zu den Brothers oder Elphinstone weiter südlich.
Sharm el-Sheikh & Ras Mohammed
Sharm el-Sheikh gilt als Kronjuwel des ägyptischen Tauchens. Im Nationalpark Ras Mohammed treffen Golf von Aqaba und Suezkanal aufeinander – spektakuläre Steilwände, Anemonenfelder und Haie am Shark Reef. Naama Bay bietet Dutzende Tauchzentren; Tagesausflüge zu den Straits of Tiran für Strömungstauchen. Schutzgebiete erholen sich nach Jahrzehnten intensivem Tourismus.
Dahab & das Blue Hole
Dahab am Sinai ist der Backpacker- und Freitaucher-Mekka: entspannte Atmosphäre, Beduinen-Camps am Strand und Spots wie das Blue Hole und der Canyon. Shore Dives direkt vom Strand, günstige Unterkünfte und starke Freitaucher-Szene. Das Blue Hole ist nur für sehr erfahrene Taucher; der umliegende Riffrand bietet auch Open-Water-Profile. Tech-Diving in der Region.
🦈 Jordanien, Haie & Premium-Riffe
Neben den ägyptischen Hotspots lohnt sich ein Blick über die Grenze: Aqaba in Jordanien ist ein unterschätztes Tauchziel mit klarem Wasser, gesunden Korallen und weniger Massentourismus. Japanese Gardens, das Cedar Pride Wrack und Power Station liefern abwechslungsreiche Profile – und viele Kombireisen verbinden Petra und Wadi Rum tagsüber mit Tauchgängen an freien Tagen. Für erfahrene Taucher und Haifreunde sind die Brother Islands und Elphinstone Reef Pflicht: Oceanic Whitetip-Haie von August bis Oktober, Thresher und gelegentlich Hammerhaie. Erreichbar per Liveaboard ab Hurghada oder Marsa Alam – mehrtägige Safaris mit drei bis vier Tauchgängen täglich. St. Johns, Fury Shoals und Rocky Island im tiefen Süden bieten unberührtere Riffe. Das Rote Meer ist zugleich Wrack-Paradies: Thistlegorm, Dunraven, Giannis D. und Carnatic. Strömung und Tiefe erfordern Advanced Open Water – wer 50-plus Tauchgänge im Logbuch hat, plant hier die Highlights der Region.
Aqaba – Tauchen in Jordanien
Aqaba am nördlichen Ende des Roten Meeres ist Jordaniens einzige Küste – und ein unterschätztes Tauchziel. Weniger überlaufen als Ägypten, klares Wasser und gesunde Korallen am Japanese Gardens, Cedar Pride Wrack oder Power Station. Kombireisen mit Petra und Wadi Rum. Visa on arrival, englischsprachige Tauchbasen.
Brothers, Elphinstone & Deep South
Für erfahrene Taucher und Haifreunde: Brother Islands und Elphinstone Reef mit Oceanic Whitetip-Haie (Aug.–Okt.), Thresher und Hammerhaie. Liveaboard ab Hurghada oder Marsa Alam – 3–4 Tauchgänge täglich. St. Johns und Fury Shoals im Süden. Advanced Open Water und Strömungserfahrung Pflicht.
Wracks & Tech-Diving
Wrack-Paradies: SS Thistlegorm (Weltklasse), Dunraven, Giannis D., Carnatic. Tech-Taucher nutzen Trimix für tiefe Wracks; Recreational-Taucher erkunden obere Decks. In Dahab und Hurghada spezialisierte Tech-Shops. Wracktauchgänge früh am Morgen buchen. Nitrox ist Standard und lohnt sich bei mehreren Tauchgängen.
🐠 Unterwasserwelt & Meeresleben
Das Rote Meer beherbergt über 200 Hartkorallenarten und außergewöhnlich hohe Endemie – viele Fische und Wirbellose gibt es nur hier. Hartkorallen, Gorgonien und Weichkorallen bilden terrassenartige Riffe; Anemonenfelder mit Clownfischen sind ikonisch. Klimawandel und früherer Ankertourismus haben Schäden hinterlassen, doch Nationalparks und Mooring-Bojen helfen. Als Taucher: kein Berühren, kein Füttern, reef-safe Sonnencreme. Neben Großmotiven punktet das Revier beim Makro: Nacktschnecken, Pygmy Seahorses, Ghost Pipefish und Blue-Spotted Rays. Haie sind kein Alltag, aber Elphinstone und Brothers liefern regelmäßig Begegnungen. Grauhaie, Riffhaie und Whitetips häufig; Delfine und Schildkröten an vielen Riffen Standard. Nachtauchgänge offenbaren Octopus, Spanische Tänzer und jagende Muränen – Pflichtprogramm in Hurghada und Sharm.
Korallen & Riffgesundheit
Über 200 Hartkorallenarten und hohe Endemie. Terrassenartige Riffe mit Gorgonien und Weichkorallen; Anemonenfelder mit Clownfischen ikonisch. Nationalparks und Mooring-Bojen unterstützen Erholung. Riffe in Ras Mohammed und an den Brothers oft gesünder als stark frequentierte Naama-Bay-Spots.
Haie, Delfine & Großfische
Elphinstone, Brothers und Tiran-Reefs liefern regelmäßig Haibegegnungen. Grauhaie, Riffhaie und Whitetips häufig; Hammerhaie seltener. Delfine begleiten Boote, Schildkröten an vielen Riffen Standard. Nachtauchgänge mit Octopus und jagenden Muränen. Ruhig bleiben bei Haien – Abstand wahren.
Makro & Nachttauchen
Makro-Highlights: Nacktschnecken in allen Farben, Pygmy Seahorses, Ghost Pipefish, Crocodilefish. Nachtauchgänge in Hurghada oder Sharm sind Pflicht – fluoreszierende Korallen unter UV-Licht, jagende Muränen. Viele Basen bieten Night Diver und Underwater Photography Specialties an.
📋 Planung & Praxis
Das Rote Meer ist ganzjährig tauchbar, doch die beste Zeit für Europäer liegt zwischen Oktober und April: angenehme Lufttemperaturen, ruhiges Meer und Sicht oft 20 bis 40 Meter. Im Sommer ist es heißer, aber ruhiger unter Wasser und günstiger. Wassertemperaturen: 22–26 °C im Winter, 26–30 °C im Sommer – 3–5 mm Neopren im Winter, Shorty im Hochsommer. Kosten sind ein Hauptargument: Fun Dives ab 30–45 Euro, OWD-Kurse ab 350 Euro, Liveaboards sieben Nächte ab 800 Euro. Landbasis in Hurghada oder Sharm ist flexibel und günstig; Liveaboards liefern drei bis vier Tauchgänge täglich zu entfernten Spots. Erste Reise: Landbasis; Wiederholung: Liveaboard Nordroute (Brothers, Abu Nuhas) oder Südroute (St. Johns). Tauchversicherung mit Dekompressionsschutz ist Pflicht – und in Ägypten auf aktuelle Reisehinweise achten.
Beste Reisezeit & Wasser
Ganzjährig tauchbar. Wasser 22–26 °C im Winter, 26–30 °C im Sommer. Sicht oft 20–40 m. Hauptsaison Okt.–Apr.; Sommer heißer, günstiger und ruhiger unter Wasser. Ramadan kann Tagesrhythmus beeinflussen – Tauchbasen laufen meist normal. 3–5 mm Neopren im Winter empfohlen.
Kosten, Zertifikate & Ausrüstung
OWD ab ca. 350–450 € in Hurghada; Fun Dives ab 30–45 € inkl. Equipment. Liveaboards 7 Nächte ab 800–1.500 €. Advanced und Nitrox für Wracks und Strömung empfohlen. Eigene Maske und Computer mitbringen. Tauchversicherung mit Dekompressionsschutz Pflicht.
Liveaboard vs. Landbasis
Landbasis: flexibel, günstiger, Kombi mit Kultur und Strand – 2–3 Tauchgänge täglich. Liveaboard: 3–4 Tauchgänge, entfernte Spots wie Brothers und St. Johns – ideal ab 50 Logged Dives. Nordroute vs. Südroute. Erste Reise Landbasis Hurghada oder Sharm; Wiederholung Liveaboard.
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Einsteiger und Pauschalurlauber starten in Hurghada oder Sharm el-Sheikh – gute Infrastruktur, viele deutschsprachige Basen. Authentisch und günstig ist Dahab mit Shore Dives vom Strand. Haie und Top-Riffe erreichst du per Liveaboard zu Brothers und Elphinstone. Alternative ohne Ägypten-Masse: Aqaba in Jordanien, oft kombiniert mit Petra.
Der Riffrand ist für Open-Water-Taucher mit Guide tauchbar. Das eigentliche Blue Hole und der Arch-Tunnel sind nur für sehr erfahrene Tech-Taucher – dort gab es viele tödliche Unfälle. Niemals ohne lokalen Guide und ohne passendes Training. Für die meisten reicht der umliegende Riffrand völlig aus.
Grau- und Riffhaie siehst du ganzjährig an vielen Riffen. Oceanic Whitetip-Haie sind vor allem August bis Oktober an Elphinstone und den Brothers wahrscheinlicher. Begegnungen sind nie garantiert – aber an diesen Spots deutlich häufiger als an House-Reefs in Hurghada.
Bei seriösen, zertifizierten Tauchbasen (PADI, SSI, BSAC) ja. Auf Strömung, Tiefe und Dekompressionsgrenzen achten. Tauchversicherung mit Dekompressionsschutz abschließen. In Ägypten auf aktuelle Reisehinweise des Auswärtigen Amts achten. In Jordanien ist die Lage meist stabil, Aqaba gut erschlossen.